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Das mächtigste Genre – die Krimis des Extremsportlers Reinhard Kleindl

Weitab von Klischees – komplex und emotional aufreibend – alles andere als gewöhnliche Kriminalromane.
Etwas scheint an Kleindls Krimis anders zu sein. Was eigentlich? Ein schrulliger Polizist in einer typisch österreichischen Stadt, der schreckliche oder mysteriöse Verbrechen aufklärt – alles schon da gewesen.
Oder doch nicht?

 

Wozu überhaupt Krimi? Ein Genre, in dem so viel veröffentlicht wird, muss sich irgendwann zwangsläufig selbst kopieren. Alles wiederholt sich irgendwann.

„Mich fasziniert der Krimi als Labor für die Gesellschaft“, sagt Kleindl. „Ich kann hier Situationen schaffen, die über unser alltägliches, geordnetes Leben hinausgehen. Wie verhalten sich die Menschen in diesen Situationen? Das interessiert mich.“ Angst vor Wiederholung? „Habe ich keine“, schmunzelt Kleindl.

 

Ein Genre als psychologisches Labor – der Wortschatz eines Wissenschaftlers. Kleindl ist studierter Physiker. Klingt nach schwerer Kost. Dabei sind Kleindls Bücher echte Pageturner. „Das ist mir enorm wichtig. Genre-Literatur muss funktionieren, da bin ich als Leser selbst extrem heikel. Ich will das Vertrauen nicht enttäuschen, es geht darum, eine Geschichte zu erzählen.“ Zugleich betont Kleindl die Notwendigkeit für Experimente. „Gerade ein so populäres Genre wie Krimi sollte man auch ausreizen, sonst wird es schnell langweilig. Krimi ist sehr mächtig und bietet fast grenzenlose Freiheiten. Es wäre fahrlässig, sie nicht zu nutzen.Viele Krimis sind aus meiner Sicht nur Romane mit aufgesetzter Krimi-Komponente, die man auch weglassen könnte. Das ist schade.“

 

In letzter Zeit sieht Kleindl einen Trend hin zu extremeren Charakteren. „Eine klare Trennung zwischen dem Mörder und den anderen Figuren braucht es nicht mehr. Der Mörder ist oft nur der Auslöser für Verwirrungen, in denen andere Figuren die Gelegenheit bekommen, ihre eigene Bösartigkeit zu entdecken. Viele Menschen verhalten sich oft nur in normalen Situationen normal. Menschen, die in einem totalitären Regime Gräuel verüben, gehen in gemäßigten Gesellschaften womöglich als ganz normal durch. All das steckt in uns und kann jederzeit an die Oberfläche kommen.“

 

Aktuell etwa in der Flüchtlingskrise, so Kleindl: „So viele Menschen, die so verletzlich und ausgeliefert sind – das provoziert extreme Reaktionen. Kompromisslose Hilfsbereitschaft auf der einen Seite, aber auch große, oft versteckte Brutalität auf der anderen Seite.“ Für Kleindl ein Krimithema, das auf der Hand liegt. „Mir hat gefallen, wie Henning Mankell in seinen Krimis Afrika ins Spiel gebracht hat, etwa in ‚Die weiße Löwin‘. Dann ist mir klar geworden, dass die Probleme Afrikas längst mitten in Europa angekommen sind, und ich habe begonnen, einen Krimi zu schreiben, der von Flüchtlingen handelt. Es war unheimlich, zuzusehen, wie meine eigentlich überzeichnete Handlung von der Realität eingeholt wurde.“ Es gab auch Überlegungen, das Projekt wieder zu kippen, erzählt Kleindl. Gemeinsam mit dem Verlag habe man dann entschieden, die Sache durchzuziehen. „Weil das Buch auch ein Statement ist und Krimi ein mächtiges Genre.“

 

Das Krimischreiben war für Kleindl keine Liebe auf den ersten Blick: „Mein erster Krimi ist nur entstanden, weil ich mit den gängigen Krimis unzufrieden war. Also habe ich etwas Wildes, Schräges geschrieben, das nach wie vor unveröffentlicht ist. Viel zu verrückt für ein Krimi-Publikum, aber es hat großen Spaß gemacht. Als ich dann gut zehn Jahre später doch den Reiz verspürt habe, einen konventionellen Krimi zu schreiben, ist Baumgartner geboren.“

 

Ganz konventionell ist „Gezeichnet“ dann doch nicht geworden. Das Ungewöhnliche scheint überhaupt Kleindls Steckenpferd zu sein: Er war bis vor Kurzem Profi im Trendsport „Slackline“. Seine Lieblingsbeschäftigung ist „Highlinen“, wo Slacklines über Schluchten und zwischen Berggipfeln gespannt werden, um darauf zu gehen. Ein eigener Lebensstil, wie Kleindl betont. „Mit meinem Sport-Hintergrund gelte ich meist als Außenseiter und bunter Hund. Das ist eine Rolle, die mir nicht unangenehm ist. Ich leiste mir den Luxus, manches nicht so ernst zu nehmen und anzuecken, wenn ich es für nötig halte.

 

Dazu wird es weiterhin Gelegenheit geben. Kleindl betont, dass er nach wie vor auf der Suche ist. „Die Baumgartner-Krimis sind schön geworden, aber ich habe das Gefühl, dass das erst der Anfang ist. Ich sehe da etwas am Horizont, das anders ist als alles, was ich kenne. Dem gehe ich nach. Wenn ich es finde, werden wir alle viel Freude damit haben“, verspricht Kleindl.

 

Und das sagt die Presse:

Neu erschienen!

Neu erschienen! Franz Baumgartners dritter Fall

„Der erste Krimi seit Langem, den ich gern und freiwillig lese.“
FM 4, Elisabeth Scharang

 

„Die Bänder, die Reinhard Kleindl beim Slacklinen über Bergschluchten spannt, um darüber zu balancieren und so auf spektakuläre Art sein Geld zu verdienen, sind so kunstvoll gewoben wie der rote Faden, den er durch seinen ersten Krimi zieht. Und der Abgrund darunter ist ähnlich tief – und potenziell tödlich.“
Steirerkrone, Christoph Hartner

 

„Der erste Krimi des jungen Grazer Physikers Reinhard Kleindl ist eine gelungene Talentprobe.“
Kurier, Peter Pisa
„Wenn ein Physiker und Slackline-Pionier einen Krimi schreibt, wird einem nicht fad.“
FM4, Maria Motter

 

„… eine wirklich gelungene Mischung mit hohem Unterhaltungswert. Und das ist bei einem Debütroman eine beachtliche Leistung und lässt in Zukunft auf das Beste hoffen. Die Kombination aus gut gezeichneten Charakteren, einer gelungen konstruierten Handlung und einer ebenso geschickt einen Spannungsbogen erzeugenden Erzählweise ergibt einen beachtenswerten Krimi.“
buchkritik.at, Alfred Ohswald

 

Neugierig geworden? Reinhard Kleindls dritten Kriminalroman „Baumgartner kann nicht vergessen“ gibt es ab sofort im Handel. Alle Infos zum Buch finden Sie hier.