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Wovor fürchtet sich eigentlich Bernhard Aichner? Der Bestseller-Autor im Videointerview

Wir haben Bernhard Aichner ins Haymon-Krimi-Studio gebeten und ihn ins Kreuzverhör genommen! In unseren Videointerviews erfahrt ihr unter anderem, wovor sich Bernhard Aichner fürchtet, warum er seine Schnuggis liebt, ob er Helene Fischer oder Reinhard Fendrich vorzieht und weshalb er mit dem Herz in der Hand durch die Welt zieht. 

Hier findet ihr einige spannende Zitate zum Nachlesen und das ganze Interview in zwei Videos! 

 

Hat deine Arbeit als Fotograf dein Schreiben beeinflusst?

Das Fotografieren hat mein Schreiben bestimmt beeinflusst. Also dieses Sehen in Bildern, dieses schnelle Erfassen von Räumen, Situationen, das in Bilder zu packen […]. Dass ich mit meinen kurzen Sätzen, mit meiner Aneinanderreihung von verschiedenen Bildern Szenen male, das hängt bestimmt damit zusammen.

 

Warum Krimi?

Krimi generell boomt glaub ich deshalb so, weil er zum einen die Möglichkeit bietet, dass man dem Bösen in sich ein bisschen begegnet, dass man dem Bösen ein bisschen über die Schulter schauen kann, aber die Sicherheit hat, dass alles nur Fiktion ist, dass am Ende des Buches alles gut ist, dass man weiß, es ist nicht wirklich was passiert. Man ist auf der sicheren Seite, kann aber trotzdem ein bisschen Voyeur spielen und dem Bösen begegnen.
Ich bin überzeugt davon, dass jeder zum Mörder werden kann. Niemand ist nur gut oder nur böse. Es steckt beides in uns, und ich glaube, dass es bestimmte Situationen im Leben geben könnte, wo sich der Schalter im Kopf umlegt, also ist niemand gefeit davor. Ich drücke die Daumen, dass es nie passieren wird! Meinen Romanfiguren passiert es ständig, dass sich irgendwo dieser Schalter umlegt, aber es macht mir Freude, beim Schreiben diese Grenze zu überschreiten und dort hinzuschauen.

Gerechtigkeit durch Rache?

Rache habe ich immer schon extrem faszinierend gefunden. „Der Graf von Monte Christo“ war ein Lieblingsbuch von mir, Charles Bronson, Kill Bill, die ganzen Rachefilme, die es gibt, die habe ich immer sehr geliebt. Ich wollte immer Rachebücher schreiben, eine Rachegeschichte, so wie die Blum-Geschichte, aber auch in den Max-Broll-Krimis kommt immer wieder das Thema Rache vor.
Es geht mir beim Schreiben in erster Linie um den Lesespaß! Ich möchte unterhalten, ich möchte gerne mit einer schönen Sprache schöne Geschichten erzählen. Ich möchte bannen, ich möchte fesseln, ich möchte meine LeserInnen auf eine Reise schicken, die aufregend ist. Ich sage immer, ich möchte sie auf ein Pferd setzen, dem Pferd dann auf den Hintern klopfen, und die Leser sollen durch dieses Buch reiten bis zur letzten Seite und nicht mehr absteigen können. Wenn das gelingt, dass sie am Ende absteigen und sagen: „Huch …!“, dann bin ich happy.

 

Kannst du das Phänomen Aichner erklären?

Puh, ich weiß nicht, ob es ein Phänomen Aichner gibt, ich weiß, dass es mich gibt, Gott sei Dank noch, hoffentlich noch lange, und dass ich leidenschaftlich gern Bücher schreibe und leidenschaftlich gerne Geschichten erzähle, dass ich fleißig bin, beharrlich bin, dass ich auch mit dem Herz in der Hand durch die Welt gehe, durch meine Bücher gehe, und es macht großen Spaß. Das ist das Allerwichtigste. Ich glaube, das ist das Geheimrezept: Die Freude an der Sache!